Sehenswürdigkeit
Tenzan no Yu
In Kyoto gibt es mehr als 140 Sentō (öffentliche Bäder) — eine Tradition, die bis ins mittelalterliche Japan zurückreicht — sowie Onsen (heiße Quellen). Die Gebäude, in denen Sentō untergebracht sind, ähneln oft japanischen Tempeln, da Bäder häufig an Tempeln entstanden. Ursprünglich für Mönche gedacht, wurden sie in der Kamakura-Zeit (1185–1333) bei allen Bevölkerungsschichten beliebt. Der Besuch einer Badanstalt ist rituell und mit Regeln verbunden. Beispielsweise zieht man vor dem Betreten der Umkleide die Schuhe aus und läuft auf Schilf-Tatami; an den Frauen-Umkleiden hängen meist rote Noren, an den Männer-Umkleiden blaue; in den meisten Sentō badet man nackt, in einigen sind Badeanzüge erlaubt. In Bädern sollte man ruhig sein, kein Alkohol trinken, und einige Einrichtungen lassen Gäste mit Tätowierungen nicht hinein (wegen der Assoziation mit der Yakuza). Für günstige öffentliche Bäder zahlt man etwa 1000 Yen pro Person. Tenzan-no-yu gilt als eines der besten Sentō der Stadt.