Am ruhigen äußeren Rand des Yoyogi-Parks gelegen, verkörpert das Little Nap Coffee Stand die intime Spezialitätenkaffee-Kultur Tokios in Reinform. Das winzige Interieur besticht durch eine coole Retro-Moderne mit einem Plattenspieler, der gemütliche Musik auflegt, und großen Fenstern, durch die man die vorbeirauschenden Züge der Odakyu-Linie beobachten kann. Viele Besucher bemerken, dass die Atmosphäre an Szenecafés in Melbourne oder Sydney erinnert. Die Bar zieht eine lebendige Mischung aus Einheimischen, ausländischen Reisenden und Hundebesitzern an, die auf dem Weg zur nahegelegenen Hundewiese im Park sind.
Die Speisekarte ist minimalistisch, aber erstklassig. Besucher loben immer wieder den meisterhaft zubereiteten Cafe Latte, der von einigen als der beste ihrer gesamten Reise bezeichnet wird. Weitere Favoriten sind der „Gibraltar“ (eine Cortado-Variante), erfrischende Bio-Limonade an heißen Sommertagen und klassischer Filterkaffee. Auch die süßen Begleiter können sich sehen lassen: Mehrere Gäste empfehlen das warme, duftende Bananenbrot, die herzhaften Hotdogs und die einzigartigen Muffins – insbesondere die Variante mit Anko (roter Bohnenpaste) und Frischkäse – sowie den saftigen Zitronenkuchen.
Wer das Café besuchen möchte, sollte sich jedoch auf den extrem begrenzten Platz einstellen. Im Inneren gibt es fast keine Sitzgelegenheiten – lediglich eine winzige Bank, auf der sich maximal fünf Personen drängen, und im Außenbereich zwei bis drei Barhocker. Das Konzept ist ganz klar auf „Coffee to go“ ausgelegt. In neueren Rezensionen wird zudem gelegentlich die Servicequalität bemängelt: Während viele Gäste von den Baristas herzlich empfangen werden, berichten andere von einem etwas distanzierten Service und dem strengen, bisweilen forsch durchgesetzten Fotografierverbot im Laden.
Dennoch bleibt das Little Nap Coffee Stand ein absolut lohnender Stopp für den Start in den Tag. Sich hier vor einem entspannten Spaziergang durch den Yoyogi-Park mit Koffein und einem frischen Muffin einzudecken, gehört zu den schönsten Tokioter Alltagsritualen. Am Wochenende bilden sich schnell Schlangen – kommen Sie daher am besten frühzeitig oder genießen Sie Ihren Kaffee ganz unkompliziert draußen auf den Holzzäunen neben den Bahngleisen.



